WERKSTATT-RATGEBER
Eine Zuschnittliste richtig lesen
Eine Zuschnittliste macht aus dem Entwurf einzelne Teile. Prüfe jede Spalte vor dem Sägen, besonders den Unterschied zwischen Fertig- und Zuschnittmaß.
Die Spalten
Jede Zeile der Zuschnittliste beschreibt ein Teil, das entsprechend seiner Stückzahl mehrfach vorkommen kann. Die Maße lauten Länge × Breite × Dicke. Sofern nicht anders angegeben, verläuft die Länge entlang der Faser. Der Werkstoff fasst Teile aus demselben Ausgangsmaterial zusammen. So landet eine 6-mm-Rückwand in der Platten-Zuschnittoptimierung nie auf einer 18-mm-Platte.
| Spalte | Bedeutung |
|---|---|
| Teilename | Was das Teil ist (Seite, Regalboden, Tür). Verwende in allen Werkzeugen einheitliche Namen. |
| Länge × Breite × Dicke | Die Länge verläuft entlang der Faser. Die Dicke muss zum Material passen, das du kaufen willst. |
| Stückzahl | Anzahl gleicher Teile. Pläne und Summen werden damit multipliziert. |
| Werkstoff | Fasst Teile aus demselben Ausgangsmaterial zusammen. Für einen Plattenplan müssen Werkstoff und Dicke übereinstimmen. |
| Faserrichtung | Bei fester Faserrichtung bleibt die Teilelänge parallel zur Länge der Rohplatte. Frei drehbare Teile dürfen um 90° gedreht werden. |
| Kanten und Kantenband | Welche Längs- und Querkanten bekantet werden und um wie viel sich dadurch das Zuschnittmaß verringert. |
Fertigmaß oder Zuschnittmaß
Der häufigste Fehler ist, direkt auf Fertigmaß zu sägen. Bekommt ein 400 mm breiter Regalboden an beiden Längskanten 1 mm Kantenband, muss die Platte auf 398 mm zugeschnitten werden. Wenn du Fertigmaße eingibst, zieht Timbrivos Zuschnittliste die Kantenbanddicke für jede bekantete Seite einmal ab.
Massivholzlisten können auch Nennmaße enthalten: Ein Brett im Nennmaß 1 × 6 misst trocken und gehobelt 3/4 × 5-1/2 in (Wood Handbook, Tabelle 6-6). Trage die tatsächlichen Maße in die Zuschnittliste ein und nutze das Nennmaß als Bezeichnung für den Einkauf.
Von der Liste zum Schnittplan
Aus Stückzahlen und Maßen entsteht ein Schnittplan. Plattenteile gehen an die Platten-Zuschnittoptimierung, lineare Teile an die Optimierung für Stangen und Latten. Jeder Sägeschnitt verbraucht eine Schnittfuge, und beim Besäumen der Werkskante fällt ein Streifen ab. Der Plan benötigt deshalb immer mehr Material als die Summe der Teile.
Timbrivos Optimierungen arbeiten heuristisch: Sie liefern einen guten Plan, garantieren aber kein globales Minimum. Teile, die nicht passen, werden mit einem Grund aufgelistet und nicht ausgeblendet.
Vor dem Sägen prüfen
Gleiche die Liste mit der Zeichnung ab: Zähle die Teile je Baugruppe, prüfe die später sichtbaren Flächen und markiere bei Platten mit sichtbarer Zeichnung die Faserrichtung. Miss die tatsächliche Materialdicke, denn Platten und Schnittholz können vom Nennmaß abweichen.
Regalboden 800 × 400 × 18 mm, Stückzahl 2, beide Längskanten mit 1 mm Kantenband: Zuschnittmaß 800 × 398 mm und 2 × 2 × 800 mm = 3,2 m Kantenband vor den Endzugaben.