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Öl, Lack oder wasserbasierte Beschichtung?

Lackschichten schützen und lassen sich leicht reinigen. Eindringende Öle sind leicht zu erneuern. Ein Vergleich nach dem Wood Handbook für innen und außen.

Schichtbildend oder eindringend

Oberflächenmittel bilden entweder einen Film auf dem Holz oder dringen ohne Filmbildung ein. Klarlacke, andere Lacke und deckende Anstriche bilden Schichten; trocknende und nichttrocknende Öle sowie viele Einlassmittel dringen ein. Jede transparente Behandlung füllt die Zellen mit einem Stoff, dessen Brechungsindex dem von Holz näherkommt als dem von Luft. Deshalb wirkt die Farbe von geöltem oder lackiertem Holz kräftiger.

Im Innenbereich lassen sich schichtbildende Beschichtungen wie Lack meist am einfachsten reinigen. Sie schützen besser vor Flecken als Öle oder Einlassmittel und bei größerer Schichtdicke auch vor Kratzern und Druckstellen. Dickere, härtere Schichten eignen sich für Fußböden. Öle erhalten die Oberflächenstruktur und lassen sich leicht erneuern, halten Schmutz aber weniger gut ab als eine geschlossene Schicht.

Transparente Innenbeschichtungen im Vergleich (Wood Handbook, Kapitel 16)
OberflächenmittelSchichtbildungAushärtungIm Gebrauch
Klarlack, LackJaHärtet aus; Dauer produktabhängigAm leichtesten zu reinigen; kann später reißen, absplittern und abblättern
EinlassmittelNein, dringen einHärten schnell ausLeicht aufzutragen und zu reinigen; widersteht Kratzern
Trocknende Öle (Tung-, Lein-, Walnussöl)Nein, dringen einKönnen mehrere Wochen brauchenLeicht zu reinigen, widersteht Kratzern
Nichttrocknende Öle (pflanzlich, mineralisch)Nein, dringen einHärten nie ausPflanzliche Öle können ranzig werden, Mineralöl nicht
ParaffinwachsNeinBei Raumtemperatur fest; warm auftragenWird nicht ranzig; für Schneidflächen geeignet

Öle und Wachs

Trocknende Öle wie Tung-, Lein- und Walnussöl härten aus. Laut Wood Handbook kann das mehrere Wochen dauern. Handelsübliche Einlassmittel, oft ähnlich einem verdünnten Lack, härten dagegen schnell aus. Nichttrocknende Öle, etwa pflanzliche und mineralische Öle, dringen ein, härten aber nie aus.

Pflanzliche Öle können ranzig werden und Schimmel sowie Bakterien nähren. Für Schneidebretter und Hackblöcke nennt das Handbuch Mineralöl (flüssiges Paraffin) und Paraffinwachs, jeweils in einer für den Lebensmittelkontakt geeigneten Qualität. Sie werden nicht ranzig und bieten Mikroorganismen keine Nahrung. Wird das Holz bis zum Schmelzpunkt des Wachses erwärmt, lässt es sich leicht auftragen.

Wasserbasierte Beschichtungen

Das Handbuch beschreibt Fortschritte bei wasserbasierten Beschichtungen infolge von Grenzwerten für flüchtige organische Verbindungen. Es rät davon ab, moderne wasserbasierte Farben zu verdünnen. Damit Dispersionsfarben einen geeigneten Film bilden, nennt es üblicherweise mindestens 10 °C beim Auftrag und während der folgenden 24 Stunden. Manche Rezepturen funktionieren bei niedrigeren Temperaturen. Beachte deshalb den vom Hersteller angegebenen Bereich.

Wasser in einer Beschichtung stellt Holzfasern auf. Laut Handbuch neigen wasserfreie Beschichtungen später sogar eher zu Rissen durch aufgestellte Fasern, weil dieser Vorgang beim Beschichten nicht ausgelöst wird. Wässere deshalb vor einer lösemittelbasierten Beschichtung das Holz und schleife es nach dem Trocknen.

Im Außenbereich

Sonnenlicht baut das Holz unter transparenten Beschichtungen ab. Laut Handbuch halten die besten Außenklarlacke bei voller Bewitterung etwa zehn Jahre. Eine eindringende Behandlung hält möglicherweise nur zwei Jahre, lässt sich aber schnell erneuern. Auf Terrassen blättern schichtbildende Beschichtungen häufig ab. Eindringende Lasuren oder wasserabweisende Mittel sind leichter instand zu halten.

Beispiel zurücksetzen

Ein Küchenschneidebrett: für Lebensmittelkontakt geeignetes Mineralöl oder entsprechend geeignetes Paraffinwachs statt eines pflanzlichen Öls. Ein Esstisch: eine schichtbildende Beschichtung wie Lack, auf einer nach der Körnungsfolge des Herstellers geschliffenen Oberfläche.

Quellen und Referenzen